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Position: 3621

Ernst August Leuteritz für Meissen Porzellan: Stiftungspokal für den Julius Otto-Bund, Dresden, 1875. Einmalig!!

Startpreis 5.000,00 €

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Dekor und Ausführung: Schlangenhenkelvase, hier als Stiftungspokal ausgeführt.
Von Hand polychorm in Aufglasurmalerei dekoriert: Stadtansicht Meißen von der Morgenseite. Das Prospect zeigt die rechtselbische Sicht auf Meißen mit der Altstadt, Burgberg, Dom, Albrechtsburg, Loge, Sägewerk und Brücke, im Vordergrund die Elbe mit einem Boot, dieses staffiert.
Umseitig die Stiftungsurkunde des Julius-Otto-Bundes in Gold und Schwarz aufglasur von Hand geschrieben (M.-G.-V. steht dabei für Männergesangsverein):

Julius Otto-Bund, Dresden
M.-G.-V. „Dresdner Apollo“, M.-G.-V. „Eichenkranz“, Dresden.
M.-G.-V. „Einigkeit“, Dresden, M.-G.-V. „Germania“, Dresden.
Dresdner Post- und Telefgraphenbeamten Gesangverein „Postklänge“.
Sängerschaft des Turnvereins für Neu- und Antonstadt, Dresden.
M.-G.-V. „Phönix“, Dresden, M.-G.-V. „Dresden-Plauen“.
Gesangverein der „Staatseisenbahn-Beamten“, Dresden.
„Dresdner Sängerkreis“, M.-G.-V. „Dresdner Tannhäuser“.

Zustandsbeschreibung:
Modell Prof. Ernst August Leuteritz 1861. Modellnummer "A 148", Bossierernummer "8". Höhe 48 cm.
Rarität / Unikat in ausgesprochen üppiger und stilvoller Bemalung sowie Gold staffiert, Gold gehöht und Gold gespitzt.
Zwei Schlangen wurden bei der Bergung vor der Bombardierung von Dresden im Februar 1945 beschädigt und nach dem Krieg fachgerecht restauriert - kaum sichtbar, unscheinbar.
Schwertermarke unterglasurblau für Königliche Porzellan Manufaktur Meissen, 1875, 2. Wahl.
Proveniez: Julius-Otto-Bund, Dresden; Deutscher Kunsthandel 1998; Sächsischer Privatbesitz.
Prof. Ernst August Leuteritz (1818 Meißen 1893), deutscher Bildhauer. Leuteritz kam als Bossiererlehrling in die Manufaktur Meissen. Von 1838 bis 1843 studierte er an der Dresdner Kunstakademie bei Ernst Rietschel, bevor er als Modelleur nach Meißen zurückkehrte. Ab 1849 war er Vorsteher der Gestaltungsabteilung. In seiner Anfangszeit entwarf er vor allem Porzellane in Stil der Neogotik und Neorenaissance. Ab 1850 überarbeitete er Geschirr- und Gefäßformen des 18. Jahrhunderts.

Podest / Stand:
Zur Schlangenhenkelvase gehört ein rundes Podest mit gleicher Zierkante am Stand. Von Hand aufwendig dekoriert in Aufglasurmalerei mit Blumenbouquet beidseitig sowie gestreuten Blumen. Zudem Goldränder und Goldzierkante. Gemarkt *Meissen* und Stern für Meißner Ofen- und Porzellanfabrik AG, vorm. Carl Teichert, 19. Jh. Tadelloser Zustand, dieses Podest wurde sehr selten hergestellt. Ø oben 20 cm, Ø unten 24 cm, Höhe 14 cm.

Historische und Dresdner Einordnung:
Ernst Julius Otto (Königstein (Sächsische Schweiz) 1804 - 1877 Dresden) war ein deutscher Männergesangkomponist, Musikpädagoge, Chorleiter und Kreuzkantor. Seit Oktober 1828 war er interimistisch und endgültig von 1830 bis 1875 Kantor der Kreuzkirche. Zu seinen Schülern gehörten unter anderem Friedrich Baumfelder und Johannes Gelbke. Zeitweise war er Dirigent der Dresdner Liedertafel. Otto schrieb zahlreiche Motetten, Festkantaten, Messen sowie ein Tedeum. Überdies wirkte Otto als Kantor an der Sophienkirche und an der Frauenkirche in Dresden.
Der Stiftungstag des Julius-Otto-Bundes ist der 30. Dezember 1875. Der Julius-Otto-Bund trat in Dresden die Nachfolge des "Allgemeinen Dresdner Sängervereins" an, der sich mit der Gründung des Julius-Otto-Bundes am 4. Oktober 1876 auflöste. Der Julius-Otto-Bund umfasste im Jahr 1912, 17 Gesangvereine mit 1155 Sängern und fungierte somit als Dachorganisation der Männergesangvereine in Dresden und Umgebung. Der Julius-Otto-Bund wurde 1945 aufgelöst. Der Wahlspruch des Julius-Otto-Bundes war: "Die Herzen auf! Zur Andacht stimmt die Seele, Denn Gottes Odem weht im deutschen Lied. Begeistert lauscht dem hohen, hehren Klang, Der treuem deutschen Herzen tief entsprang."
Nach Otto wurde der 1876 in Dresden gegründete Julius-Otto-Bund benannt. Im Stadtteil Strehlen wurde im Jahr 1890 eine Julius-Otto-Straße benannt. Ein Denkmal von Gustav Kietz, das Julius Otto zeigte und 1886 vor der Kreuzschule am Georgplatz eingeweiht wurde, wurde 1942 für Kriegszwecke eingeschmolzen. Eine Kopie nach erhaltenen Gipsabdrücken und in der Interpretation von Niklas Klotz steht seit August 2010 vor der Dresdner Kreuzkirche.
Die vorliegende Prunkvase ist eine der frühen und noch zu Lebzeiten verliehene Würdigung an den hochverdienten Kreuzkantor. Alle zusammengeschlossenen Gesangsvereine sind verewigt. Unter allen Beteiligten des Vorgängervereins und des Julius-Otto-Bundes wurde gesammelt, um diesen Stiftungspokal anzuschaffen!

[Quellen: Moritz Fürstenau: Otto, Julius. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 24, Duncker & Humblot, Leipzig 1887, S. 757-760. Internet und Wikipedia. Karl Held: "Das Kreuzkantorat zu Dresden", Saxoniabuch sowie Persönliche Informationen Kreuzchor]

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